Surrealist.de

[Home] [Galerie] [Gästebuch] [Presse] [Surrealist] [Surrealismus]

Die Zeitungsartikel der aktuellen Ausstellung, vom 16.05.2004 - 13.06.2004, finden Sie
 
[hier]

Presseberichte Südkurier und Badische Zeitung (Mai 1998)

Deutliche Anleihen bei Dali und Magritte

Bad Säckingen. Ein Haus, das in den Wolken schwebt, ein Spiegelei auf Holzplanken, ein Herz mit einem tränenden Auge, eine halbierte Frauenfigur, die in einem Baum wurzelt; Rätselhaft und vieldeutig sind die Bildwelten des jungen Malers Dirk Trefzger, der aus dem reichen Fundus des Surrealismus schöpft. Seine Motive stammen aus der Phantasie, aus dem Traumhaften, dem Unterbewußten, auch aus persönlichen Erlebnissen. Die Bilder des 1973 in Bad Säckingen geborenen und in Wehr lebenden Künstlers, die gegenwärtig im Schloßparkpavillon zu sehen sind, lösen auch beim Betrachter vielfältige Gedankenketten und Assoziationen aus.

"In dieser Ausstellung sind Intuition und Imagination die Quellen des Übersinnlichen, des Surrealen", erläuterte bei der Vernissage am Sonntagvormittag die Kunsterzieherin Roswitha Krzyzaniak. Die Begeisterung für die moderne Kunst, speziell für die Surrealisten René Magritte, Giorgio de Chirico und Salvador Dali, weckte Dirk Trefzgers Interesse am Zeichnen und Malen. Von Beruf Bankkaufmann, widmete er sich in seiner Freizeit intensiv der surrealistischen Malerei. In den letzten zweieinhalb Jahren begann Dirk Trefzger verstärkt, mit Farbe zu arbeiten. Autodidaktisch brachte er sich die Aquarelltechnik bei, die er eher unkonventionell handhabt: Der Hintergrund mit weich zerfließenden Farben, die Motive selbst klar konturiert mit dem Pinsel ausgearbeitet.

Dirk Trefzgers Bildsprache ist sehr symbolkräftig, am eindrücklichsten in der Serie von Streichholzbildern, zu denen ihn die Landschaft Kaliforniens inspiriert hat. Man sieht überdimensionale, riesenhaft vergrößerte, brennende oder verkohlte Streichhölzer, die wie Pfähle, wie abstrakte Figuren in einer imaginären Landschaft stehen oder liegen. Mal ist es eine dramatische Landschaft mit grauen Sturmwolken, mal eine Wüste mit glühender Sonne. Beim Elefanten mit dem langen Giraffenbeinen vor flammend rotem Horizont ist das Vorbild Dali allgegenwärtig.

In den Aquarellbildern von Dirk Trefzger herrscht eine eigentümliche Atmosphäre des Irrealen, des Unwirklichen. Ein Fernsehgerät auf rissiger Erde, ein rotes Telefon inmitten sturmgepeitschter Landschaft, entwurzelte Bäume vor einem brennenden Regenbogen: in solchen Bildern kombiniert Dirk Trefzger bekannte und vertraute Gegenstände des Realen mit einem phantastisch-surrelen Umfeld.

Ein Teller Suppe, in den ein Auto hineingefallen ist

"Das schwebende Haus", "Die Steinringe", "Die Wolkenfrau" - das sind nur einige der Namen, mit denen Roswitha Krzyzaniak die lediglich numerierten Bilder von Dirk Trefzger betitelte. Der Künstler selbst weigerte sich irgendeinen Hinweis - und sei dies ein Name - zur inhaltlichen Bedeutung seiner surrealistischen Werke zu geben: "Auf keinen Fall möchte ich der Phantasie des Betrachters vorauseilen", sagte er.

So beschränkte sich Roswitha Krzyzaniak in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung im Bad Säckinger Schloßpark-Pavillon auf wenige Andeutungen zum möglichen Hintersinn der skurrilen Sujets, da schon ein einziges Symbol unzählige "Gedankenketten" auslösen könne. Sie gab jedoch eine genaue Beschreibung mehrerer sichtbarer Bildinhalte und wies auf außergewöhnliche und bedeutsame Details hin, die beim schnellen Hinschauen glatt übersehen werden können.

Diese schöpferischen Einzelheiten zwingen den Betrachter zur genauen Beobachtung, regen zum Nachdenken an und vermitteln Freude und Spaß an den originellen, bunten und ideenreichen Bildern des jungen Malers. Beispiel: Ein Stilleben aus Obst, Gemüse und einem Frauenkörper, gemalt in einer eigenartigen Aquarelltechnik mit präzise abgegrenzten, starken Farben. Auf einem violettgefärbten Untergrund, mit einem grellen, gelb-grünen Lichtband und einem lilaschwarzen Nachthimmel sind die Gegenstände in sich gegenseitig harmonisch verstärkenden Komplementärfarben, in rot, grün, blau, orange, violett und gelb, dargestellt; eine Birne mit einer Tunnelöffnung durch die eine Straße führt, davor ein Teller Suppe, in den ein Auto hineingefallen ist, dahinter eine unbekleidete Rückenansicht einer Frau, die zur Seite in die Ferne blickt und Sorglosigkeit oder Desinteresse demonstriert...

Dirk Trefzger ist in Bad Säckingen geboren, in Öflingen aufgewachsen...